fiANNA
werkgemeinschaft


GEORGIEN

15.06.2023

Wir stehen mal wieder am schwarzen Meer. Seit gestern, in Georgien. Endlich in Georgien, oder besser gesagt schon. Aufgrund unserer Umplanung ca. 4 Wochen früher wie ursprünglich gedacht. Außer 4 Kühen, welche uns hier betreuen, ist an diesem Strand nicht viel los. Die Strände in Georgien bestanden bisher alle aus grobem Kies.

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Auf der Fahrt durch die Türkei wurden wir von Regen begleitet.
Auch hier an unserem Stellplatz zwischen Batumi und Poti, ist das Wetter sehr wechselhaft.
Ca. 15km vor der Grenze stauten sich bereits die LKW´s, unglaublich. Die meisten aus Georgien, aber auch viele aus der Türkei, Kasachstan, Usbekistan, Ukraine, Turkmenistan, Aserbaidschan…Tage über Tage  auf die Grenze zukriechend. Ach wie Romantisch ist das Trucker leben.
PKW´s, Busse oder wir mit unserem Wohnmobil fahren einfach an der Schlange vorbei. Der gesamte Grenzübertritt Türkei-Georgien dauerte ca. 1 Std. Auf Türkischer Seite endete der Übergang, um es mal positiv auszudrücken mit einer Überraschung. Bei der abschließenden Pass- und
Fahrzeugscheinkontrolle  drehte die nette Zollbeamtin den Bildschirm in meine Richtung und deutete auf eine Zahl da stand irgendwas von 11000 TL. Wir wurden dann aufgeklärt das wäre eine Strafe. Wahrscheinlich an einer Polizeikontrolle vorbeigefahren,… oder so….! Keiner konnte uns sagen: wann, wo und weshalb. Das stand nicht auf dem Bildschirm. Cash oder Karte? Da steht man ziemlich sprachlos und empört an der Türkischen Grenze. Hinter einem andere Menschen die auch auf die Abfertigung warten. Vor dir Grenzbeamte die schon ungeduldig werden und verständlicher  Weise überhaupt keine Lust haben  auf ein empörtes Gejammere. Also,Cash oder Karte und schwupp war unser Reisebudget um ca.500€ geschrumpft. Unsere Reiselust in diesem Moment auf ein historisches Tief gefallen. Wenn man wenigstens wüsste warum der Türkische Staat unser Geld benötigt. 

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Nun gut wir sind jetzt den zweiten Tag in Georgien. Um aus unserem Tief zu kommen werden wir Morgen in den hohen Kaukasus aufbrechen.
Hier unten am Schwarzen Meer herrscht eine wahnsinnig üppige Natur.  Riesige Eukalyptus Bäume. Es gibt sogar kleine Bambuswälder  und manchmal ist es schon etwas Dschungel ähnlich.

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Wir sind gespannt auf den Kaukasus.
Zwei Std. später im Duro bei einer unverhofften Flasche Rotwein und nach einem unverhofften Abendessen in einem Restaurant. Ich hatte gerade diese Seite in unserem Reiseblock beendet und herausgerissen um sie zum Versand einzutüten, da ruft draussen jemand. Es standen zwei junge Männer vorm Duro und einer sprach Englisch. Er fragte ob wir helfen könnten. Ihr Auto stand  200m weiter am Strand. Irgend ein Schlauch vom Kühler sei geplatzt. Ob wir sie vom Strand ins Dorf schleppen könnten. Also wir alles zusammengeräumt und zu den Jungs gefahren. Vier Junge Männer waren mit dem Geländewagen unterwegs. Der Wagen hatte ein Russisches Kennzeichen. Die sieht man hier sehr oft. Vier junge Männer, ich dachte mir die sind   geflüchtet und haben keine Lust auf Krieg. Der Englisch sprechende setzte sich dann nach vorne neben mich um mir den Weg zu zeigen. Per Telefon sprach er die ganze Zeit mit den Jungs und nicht auf Russisch. Wir hie lten dann vor einem Restaurant, welches dem Englisch sprechenden Georgier namens Bazi gehörte. Dieser hatte Besuch von seinem Cousin aus Russland. Bazis Mutter kommt aus Russland. Und Bazi selbst ist mit einer Ukrainerin verheiratet. Aber alles kein Problem, so Bazi. Trotzdem kann es sein das der Cousin Morgen in den Krieg ziehen muss ….Über Politik haben wir uns nicht unterhalten. Wir sollten essen und trinken was und so viel wir wollten. Die Jungs machten sich sofort an die Reparatur des Wagens. Der Russische Cousin muss Morgen nach Hause. Es gab noch eine herzliche
Verabschiedung, jeder dankte jedem. Die einen wegen des wirklich vorzüglichen Essens, die anderen wegen der Bergeaktion. Da wir viel zu bescheiden mit unserer Essensauswahl waren bekamen wir dann noch eine Flasche Rotwein mit auf den Nachhauseweg. Eben diese  genießen wir nun. Ein schönes Erlebnis welches wir ohne den Duro wieder nicht erlebt hätten.

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18.06.2023

Am 16.06. ging es weiter die Küste entlang Richtung Norden bis Poti. Dann durchquerten wir in Nord-östlicher Richtung, wie einst Jason mit seinen Gefährten, die Antike Kolchis der alten Griechen. Unser Anliegen war allerdings nicht die Suche nach dem Goldenen Vlies. Wir strebten nach höherem. Ushguli im hohen Kaukasus war unser Ziel. Gelegen auf 2200m Höhe. Das höchst gelegene, dauerhaft bewohnte Dorf Georgiens. Doch zunächst ging unsere Fahrt durch die sehr fruchtbaren Niederungen, welche sich zu einer wahren Schweinerei entwickelte. Kühe auf den Straßen waren wir ja schon gewohnt, aber auf dieser Fahrt gab es deutlich mehr Schweine im Straßenverkehr als Autos. Unglaublich wie viele dieser putzigen Tierchen in unterschiedlichen Farben und Größen rechts und links, oder auf der Straße umherstreiften. Nicht nur in den Dörfern, überall. In manchen Gegenden gab es ganz viele Frischlinge, zum knuddeln…  Das einzigste was die Schweine im Gegensatz zu den Kühen nicht machen, ist,  Siesta auf der Straße. Da bevorzugten die Scheine lieber den Straßengraben oder Grünstreifen. 

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Eine Georgische Kuh hingegen, liegt auch mal ganz entspannt beim wiederkäuen auf der Straße. Die schaut dich beim herankommen ganz gechillt an und scheint zu denken: „ Na dann sieh mal zu wie du an mir vorbeikommst“. 

Nachmittags kamen wir dann ganz unverhofft noch zu 7 heiligen Gurken. Am Wegesrand stand ein Hinweisschild zu einem Kloster des Heiligen Vaters. Prima ein altes Kloster in dieser Gegend. Passt. Wir arbeiteten uns den Berg hinauf. Der Weg war für den Duro etwas klein geraten. Oben angekommen, ein großer eingezäunter Garten mit einem Gewächshaus und großem Schuppen. Wir stellen den Duro auf einer  Wiese ab und laufen an dem Garten vorbei ,auf der Suche nach dem Alten Kloster. Aus dem Schuppen kommt ein Mann mit Brennholz auf dem Arm, in Mönchskleidung. Gegenseitiges Grüßen und wir weiter dem alten Kloster entgegen. Nach 200m zwei neuere Gebäude und ein Eisentor mit einem Kreuz darauf vor einem Treppenaufgang. Das Tor war nicht abgeschlossen und ich ging die Treppenstufen empor um oben angekommen das alte Kloster, bzw. die Ruinen zu erblicken. Natürlich gab es dort keine Ruinen oder ein altes Kloster. Ein neues intaktes Kloster stand dort. Erst ein paar Stufen vor erreichen der Gebäude wurde mir das erst bewußt. Dabei hätte mir dies beim erreichen des Gartens und dem Anblick des Mönches klar sein müssen. Und wo war Clarissa? In der Botanik. Während ich den Klosterruinen entgegenstürmte, war Clarissa wieder auf einer Botanischen Exkursion unterwegs. Eine total bescheuerte Situation. Ich lese unten an der Piste das Schild, stelle mir sofort ein altes Kloster, bzw. Ruinen vor, mit einem sagenhaft schönen Blick von dieser Anhöhe auf die Umgebung. Ignoriere dann einfach alles was ich oben sehe bis zum letzten Moment. Die Kraft der Vorstellung…. Den Mönch schien unser Besuch aber gefreut zu haben. Als wir zum Duro zurückkamen führte er gerade ein Pferd von der Weide. Er gab uns zu verstehen das wir warten sollten, sprintete in das Gewächshaus und wieder beim Duro angekommen überreichte er Clarissa mit einem wirklich herzlichen Lächeln sieben selbst gezogene Gurken. Wunderbar!!

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Die Nacht verbrachten wir am Beginn des Tsagar- Passes. Die Straße nach Ushguli. Morgens wurden wir von der Sonne und einer Herde Kühe geweckt. Ich halte immer noch nach einem Hirten Ausschau, welcher wie in Rumänien oder der Türkei die Tiere begleitet. Doch hier braucht es das nicht. Die Kühe waren gerade etwas weitergezogen, da schaute eine Schweinefamilie mit sechs Frischlingen und eben so vielen halbwüchsigen vorbei. 

Als die Besucher willkommen geheißen und verabschiedet waren.,konnte es los gehen. Über den Tsager Pass nach Ushguli. Das uns Mike ein etwas durchgeknallter  amerikanischer Diplomat, zur Zeit in Tiflis, zu einem herrlichen Tag verhelfen würde, das ahnten wir da noch nicht. Über den Tsager Pass findet man jede Menge Berichte in Reiseführern oder Reiseblogs, natürlich auch Videos auf YouTube. Unbefestigte Piste ,schmal , nur mit Allradfahrzeugen zu befahren, enge Nadelkurven……
Der Pass ist eine einzige Baustelle, große Streckenabschnitte sind schon betoniert. Die ganze Piste ist verb
reitert und es gibt keine einzige Haarnadelkurve mehr. Auf You Tube Videos, oder in Reiseberichten aus dem letzten Jahr ließt oder sieht das oft noch ganz anders aus. Abenteuer Pur halt!!!!!
Als wir gestern den Pass fuhren hatte es tagelang vorher heftigste Regenfälle gegeben. Das hatte die Situation doch etwas verändert. Es lag viel Geröll auf der Straße . An einem Punkt hatten Bagger gerade eine Spur wieder Freigeschaufelt. An zwei Stellen waren Bäume mit den Geröllawienen auf die Straße  abgegangen, aber die Baumstämme waren gekappt, sodaß eine Fahrbahn passierbar war. Bei manchen Baustellenabschnitten gab es heftige Schlammpassagen zu durchfahren. Das war immer dort der Fall wo die Erde noch nicht mit Schotter aufgefüllt und verdichtet war. An einem Bauabschnitt hielt uns ein Bauarbeiter an und gab uns zu verstehen das hier Schluß sei. Wir sollten umkehren. Das sah sein Kollege allerdings anders. Nach einer kurzen Debatte erklärte der
Kollege uns wir sollten es versuchen, wenn nicht könnten wir ja irgendwo übernachten und dann wieder umkehren. Das ganze nicht Verbal, sondern per Zeichensprache. Und so verständlich das es keiner Nachfrage mehr bedurfte. Ich war verblüfft. Die Landschaft war einfach grandios. Wir trafen nur Baustellen Fahrzeuge. Irgendwann trafen wir auch die nicht mehr, und wir waren alleine. Bis uns zwei Fahrradfahrer entgegenkamen. Ich hielt an um beide vorbeizulassen, da es sich für Radfahrer auf ausgewaschenen Pisten nicht so komfortabel fahren lässt. Auch sie hielten an. Deutsche aus dem Schwabenländle. Ich: Alle Hochachtung ( und ein bisschen Neid) mit dem Fahrrad in so einer Gegend unterwegs zu sein. Darauf die beiden: Alle Hochachtung in so einer Gegend mit so einem Fahrzeug unterwegs zu sein. Die beiden kamen aus Ushguli und berichteten das die Piste auf der Passhöhe laut den Einheimischen im Moment unpassierbar sei. Sie erzählten das es dort hunderte Meter Schlammpassagen gäbe. Sie hätten die Räder halt drumherum über die Wiesen getragen.
Vor einiger Zeit wäre Ihnen ein Engländer mit einem Volvo PKW, zwar mit Allrad, aber kein Geländewagen entgegengekommen. Sie erwarten schon seit einiger Zeit seine Rückkehr. Das kann dieses Auto nicht schaffen. Wir also weiter. Wunderbare Hochebenen. Es blüht überall. Eine Furtdurchquerung und einige Schlammpassagen. Alle Hochachtung sagte ich zu Clarissa, wenn das der Engländer mit seinem Volvo  Kombi alles gemeistert hat. Zwischendurch hielten  wir immer mal wieder an um die wirklich sehr schöne Bergwelt zu genießen und damit Clarissa Ihrem selbsterwählten „Forschungsauftrag „ gerecht werden konnte.
Dann erreichten wir die Passhöhe. Eine kleine Hochebene. Ein bisschen schlammig. Am Ende der Passhöhe eine kleine Mulde mit einer zweimal 90 Grad Kurve. Also 90 Grad Links, 90 Grad Rechts. Genau in der Kurve, in der Mulde, da steckte er ,der Volvo. Wir fuhren näher heran und  der Engländer stakste im kniehohen Schlamm um seinen Volvo herum. Ich stieg aus und stakste ein bisschen mit. Kurzes gegenseitiges Vorstellen. Der Engländer entpuppte sich als Mike ,Amerikaner und Diplomat. Zur Zeit in Tiflis an der Amerikanischen Botschaft.
Wochenendtripp: Tiflis, Kataisi, Ushguli, Mestia, Tiflis. Hat in Ushguli ein Hotel gebucht. Angeblich ist Hilfe aus Ushguli unterwegs. Mein Angebot ihn aus dieser misslichen Lage zu befreien hat er angenommen. Zu meinem erstaunen war das rausziehen aus dem Schlammloch kein Problem. Ich hatte nur größte bedenken den Volvo dabei zu lädieren. Aber Mike war schmerzfrei, also war ich es auch. Schon beim rausziehen fiel mir auf das unser Diplomat größte Probleme hatte die Vorderräder in die richtige Richtung zu drehen. Kaum hatten wir den Volvo aus der Schlammsule befreit, da versenkte Mike selbigen  beim Rückwärtsfahren ganz Undiplomatisch im  linken Straßengraben. Da der Bergegurt noch am Abschlepphaken befestigt war, stand das Auto schnell wieder auf der Piste. Es Qualmte und stank fürchterlich unter der Motorhaube und Mike meinte das wäre die  clutch ( Kupplung ). Dann habe ich erst einmal den Bergegurt am Volvo und am Duro gelöst um diesen zu verstauen. Zwischenzeitlich meinte Mike die clutch wäre abgekühlt, setzt sich ins Auto und versenkt dieses blitzschnell im rechten Straßengraben. Schuld daran war die clutch. Diese hätte zuerst nicht gegriffen und dann plötzlich zu 100%. So die Erklärung unseres Diplomaten. Also Bergegurt wieder befestigt und erneuter Befreiungsversuch. Doch irgendwie wollte Mike unser Diplomat, oder Mr. Clutch wie ich ihn nun innerlich nannte , nicht aus dem Graben. Er lenkte immer in den Graben hinein anstatt heraus. Also stieg ich aus, drehte sein Lenkrad in die richtige Richtung und bat ihn einfach festzuhalten. Und  siehe da, der Volvo stand wieder auf der Piste. 

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Nun erschienen auf der anderen Seite der Schlammsuhle zwei wunderschöne Steyr LKW mit wunderbaren Insassen. Martin und Alexandra und Heinrich und Ulrike. Und zu guter letzt kam die Hilfe aus Ushguli in Form eines Taxis um Mr. Clutch abzuholen. Doch dieser hatte seinen Plan, Ushguli mit dem Volvo zu erreichen noch lange nicht aufgegeben. So versammelten sich an diesem Samstag  um die Schlammsuhle auf dem Tsagar Pass, Georgier, Österreicher, Deutsche und ein Amerikaner. Die Schlammsuhle mutierte zu einem vier Länder Eck. Nun ging es darum die drei LKW, durch dieses vier Länder Eck zu bekommen. Das war echt schön und hat Spaß gemacht. Es gab keinen Stress. Irgendwie hat während dieser Stunden auf der Passhöhe alles gepasst….Auch die Georgier haben mitgeplant und diskutiert. Nur einer  hielt sich abseits und schmiedete eigene Pläne. Mr. Clutch wollte mit seinem Volvo das vier Länder Eck  über versumpfte Wiesen umfahren, um auf eigenen Rädern in Ushguli einzurollen. Mal wieder ein bescheuerter und zum scheitern verurteilter Plan. Irgendwie hatte Mr. Clutch schon einen an der Klatsche. Aber auf sehr liebenswürdige Art. Während die LKW Teams damit beschäftigt waren das jenseitige rettende Ufer zu erreichen, schwang sich Mr. Clutch in seinen Volvo gab Vollgas und versenkte diesen erneut im Rechten Straßengraben. Schuld war, wie er Martin später erklärte, die clutch. Unglaublich!!!!!! Doch solange er dort drinnen hing konnte er auch keinen Unfug mehr anstellen.  Zwischenzeitlich dachte ich mir, der Junge ist doch Diplomat - und manövriert sich ständig in ne Sackgasse. Wir anderen  hatten währenddessen unseren Spaß die LKW´s durch das Vierländereck zu bekommen. Und mit ein wenig Stolz darf ich verkünden, das Team Duro ,als einzigstes ,beim ersten Versuch das vier Länder Eck auch ohne diplomatische Hilfe durchquert hat. An der jenseitigen Grenze angekommen überschlug sich Clarissas Stimme vor Freude und Erleichterung.
Hätte Mike nicht seinen Volvo im Schlamm versenkt, sondern wäre vernünftigerweise Umgekehrt wären wir grüßend an einander Vorbeigefahren. Auf der anderen Seite der Schlammsuhle bei der Abfahrt nach Ushguli hätten wir Martin  und Hubert irgendwo auf dem Pass getroffen, vielleicht  angehalten für einen kurzen Plausch.  So wurde dies ein besonderer Tag. Der Volvo mit defekter clutch wurde noch aus dem Straßengraben befreit und am Pistenrand abgestellt. Mike fuhr mit dem Taxi nach Ushguli und nach einer herzlichen Verabschiedung fuhr jeder seines Weges. Ein wirklich gelungener Tag.
Ohne Mikes Taten ,wäre an diesem Tage für ein paar Stunden aus der Schlammsuhle auch kein vier Ländereck geworden. Sie wäre einfach eine Schlammsuhle geblieben und jeder hätte sich über sie geärgert.
Danke Mike, danke Martin, danke Alexandra , danke Heinrich und Ulrike für diesen Tag. Euch allen noch viele schöne Begegnungen und Erlebnisse auf Euren Reisen
.

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20.06.2023

Wir stehen nun den 3 Tag auf einem kleinen Plateau direkt bei Ushguli mit herrlicher Aussicht auf den mit 5068m höchsten Berg Georgiens. Den Schchara. Die letzten Tage waren wir beschäftigt, mit:
In der Sonne sitzen, Wäsche waschen, ein paar Seiten des Reiseblock´s füllen, Fotos sortieren, ins Dorf schlendern, Wandern….
Heute ist Dauerregen, also ein Tag im Duro.
Es ist einfach wunderschön hier oben. Das leben im Dorf total ursprünglich und selbstverständlich. Der Tourismus hält sich noch in Grenzen. Wenn der Ausbau der beiden Passstraßen hier herauf beendet sein wird, ist das sicherlich bald Geschichte. In Mestia ca. 20-30 km von Ushguli enfernt gibt es bereits einen Flughafen. Von dort aus beginnt einer der beiden Pässe nach Ushguli. Die Gäste werden von dort mit Kleinbussen nach oben gebracht. Wenn irgendwann der individuelle Reiseverkehr dazu kommt wird es hier oben bestimmt eng.

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22.06.2023
Gestern sind wir dann ins Tal nach Mestia aufgebrochen. Auch die beiden jungen Pärchen aus Deutschland welche einen bzw. zwei Tage mit uns zusammen auf diesem Platz standen, machten sich auf den Weg. Kurzer Rundgang in Mestia  noch etwas eingekauft ,zu Mittag gegessen und dann ging es weiter. Immer Bergab entlang des Enguri. Eine wilde manchmal atemberaubende Schlucht. Am Fuße des Kaukasus wird der Enguri aufgestaut und aus einem Wasserkraftwerk wird 1/3 des Georgischen Strombedarfes gedeckt. Unmittelbar hinter der Staumauer öffnete sich die Bergwelt und gab den Blick frei in die Ebene, die Antike Kolchis. Diese durchquerten wir vor ca. einer Woche in entgegengesetzter Richtung. Unten angekommen war es gefühlte 20 Grad Wärmer und richtig schwül. Hatten wir hoch oben im Kaukasus noch manchmal die Standheizung an, wäre hier unten eine Klimaanlage auch nicht fehl am Platzte. In Sugdidi besuchten wir noch den Markt. Teils in einer Markthalle, teils auf den Straßen daneben. Von der Fülle und Vielfallt  des Gebotenen, nicht wie in der Türkei oder in Marokko aber ein ähnlicher Flair. Wir mögen das sehr. Ob heute bei der Fahrt die nicht ganz so guten georgischen Straßen, der „viele“ Verkehr, welcher im Kaukasus streckenweise gegen Null tendierte, oder die in Scharen auf der Straße herumlaufenden, herumstehenden und herumliegenden Georgischen Kühe das Anstrengende war, ich weiss es noch nicht. Wir waren am ersten Tag unserer Georgienreise schon erstaunt über die vielen Kühe, so das ich unser Navi gecheckt hatte, ob es uns nicht aus Versehen nach Indien geleitet hat. Aber heute das war wirklich unglaublich. Das kann ich gar nicht beschreiben, das muß man einfach erleben. Und obwohl die Kühe hier nicht Heilige Tiere sind bremst und wartet jedes Auto, jeder Bus und jeder LKW bis die Kuh weiterläuft , vielleicht doch aufsteht, und wenn nicht,  werden diese Tiere
geschmeidig umkurvt. Die heutige Fahrt war ein permanentes, kuhbedingtes Bremsen und Ausweichen. Bei uns in Deutschland werden bei den Führerscheinfahrstunden oder beim ADAC Fahrertraining so rot-weiße Hütchen auf die Fahrbahn gestellt. Das braucht es hier nicht. Erst Heute ist mir aufgefallen welchen Dienst die Kühe den Menschen hier noch erweisen. Dadurch, dass diese Tiere den Rasenbewuchs an den Seitenstreifen der Straßen kurz halten wie einen Englischen Rasen, braucht es hier keine Heerscharen von Straßenwärtern die mit diesen heulenden stinkenden Motorsensen  die Natur bekämpfen. Das war in Polen so, in Rumänien extrem, selbst in Moldawien standen ganze Trupps entlang der Straßen. Auch letztes Jahr im Baltikum, das gleiche Bild. Hier haben wir bisher weder Menschen noch Maschinen gesehen welche sich um den Seitenstreifen bemühten. Apropos Kühe:  Wir haben hier am Fluß Thekuri bei Senaki unser Nachtlager aufgeschlagen und sind gleich von einer Herde Kühe  umzingelt. Diese werden dafür sorgen das wir hier nicht einwachsen und Morgen  weiterfahren können. Oh oh,  bin mir gar nicht sicher ob das jetzt noch Kühe oder schon Büffel sind…………..

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23.06.2023

Heute in Kutaisi halt gemacht. Bragati-Kathedrale und Kloster Gelati besucht. Obwohl die Georgischen Klöster und Kirchen sich in der Architektur doch sehr von den Rumänischen, Moldawischen  und Bulgarischen Kirchen unterscheiden haben sie im Inneren für mich doch eine sehr ähnliche Ausstrahlung. Im Gegensatz zu den Rumänischen Kirchen befinden sich in Georgien keine Sitzmöglichkeiten. D.H. die Messe wird im stehen gefeiert. In der Klosteranlage Gelati leben einige Mönche und es wird viel renoviert. Eine schöne Anlage mit mehreren Gebäuden. Wir haben es als sehr erholsam empfunden dort eine Zeitlang zu verweilen.

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24.06.2023
Auf dem Weg nach Uplisziche hielten wir an einem Müllcontainer an um unseren Abfalleimer zu leeren. Neben dem Container lag ein Sack, welcher sich bewegte und aus dem Katzengejammer erklang. In dem Sack steckte ein Sack mit vier kleinen Kätzchen. Alles pitsche patsche nass. Kaum befreit fingen sie sich alle vier an wie wild zu putzen. Ich habe keine Ahnung von Katzen, aber die vier waren bestimmt ein paar Wochen alt. Tja, was tut man in solch einer Situation ?? Und die waren auch recht zutraulich. Nach einiger Zeit haben wir ihnen dann Wasser und Futter hingestellt und sind weitergefahren. Ich denke wenn die kleinen sich in der Nähe des Müllcontainers aufhalten werden sie bestimmt gefüttert. Wenn sie groß genug sind, und in den Container springen können haben sie es sowieso geschafft. Der Container steht zwar außerhalb eines Dorfes aber direkt neben einem Friedhof. Als wir die vier fanden lag einiges essbares darinnen. War schon ein doofes Gefühl weiterzufahren. Am Nachmittag erreichten wir dann Uplisziche. Hier kann man die Überreste einer alten Höhlenstadt/Festung besichtigen. Sie wird auf das 16.-15.Jhd.  V. Ch. Datiert. Es ist ein beeindruckender Ort, obwohl so richtig viel nicht mehr erhalten ist.

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25.06.2023
Heute Morgen erreichten wir Mzcheta, die alte Hauptstadt von Georgien. Wir besuchten die Sweti-Zchoweli-Kirche  und die Dshwari-Kirche. Beides Wallfahrtsorte der Georgier. Da heute Sonntag ist war der Touristische Ansturm ungewohnt groß. Teilweise ein durchgeschiebe in den Kirchen. Die meisten Besucher waren Einheimische, gefolgt von Asiaten. Sonstige Europäer,…. wahrscheinlich kaum der Rede wert. Für die Georgier scheint das Besuchen der Wallfahrtskirchen ein Event zu sein, auch wenn Sie sich in den Kirchen ausgiebigst bekreuzigen und voller Inbrunst die Heiligenbilder küssen. Ansonsten herrscht eher Volksfeststimmung. Am späten Nachmittag kamen wir dann an unserem Übernachtungsplatz in Tiflis an. Wir stehen auf einem kleinen Parkplatz oberhalb der Sameba-Kathedrale. Die 2004 Erbaute Kathedrale ist die größte in Transkaukasien. Hier auf dem Parkplatz stehen ca. 15 Wohnmobile. Da es in Tiflis keinen Campingplatz gibt wird dies Immoment von den Behörden toleriert. Als wir auf den Platz fuhren, Überraschung, da standen Heinrich und Ulrike mit Ihrem Steyr LKW. Die beiden waren vor einer Woche bei dem Happening auf dem Tsagar Pass mit von der Partie. Morgen haben sie einen Wekstatttermin in Tiflis und fahren dann weiter zu einem Stausee nicht weit von hier. Wir haben noch lange zusammen gesessen und bis in die Puppen gequatscht.

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26.06.2023
Wir sind heute ca. 6 Std.durch Tiflis gelaufen. Ganz schön anstrengend bei dem für uns immer noch nicht gewohnten warmen Wetter. Für mich gehört Tiflis nach diesem Tag nicht zu meinen Lieblingsstädten. Ganz net…aber!  Nun sitzen wir den Rest des Tages im Schatten und erholen uns.


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29.06.2023
Am nächsten Tag sind wir dann zum sogenannten Tifliser Meer gefahren. Einem See der mittlerweile von Tiflis eingekreist ist. Ulrike und Heinrich hatten uns Ihren Standort geschickt. Gestern sind wir zum Patotra Monument gewandert. Hier ist die Chronik Georgiens in riesigen Bronze Reliefs dargestellt. Typisch sowjetisch monumental. Die einzelnen Darstellungen sind aber schön anzusehen.
Das waren zwei schöne gemeinsame Tage. Clarissa und Ulrike waren im See schwimmen und Heinrich hat mich in die Kunst des Drohnen fliegens eingeführt. Was solch eine Begegnung wertvoll macht ist in meinen Augen, nicht nur der Austausch über Reisefahrzeuge, die Reiseziele, und über erlebte Reisen sondern auch über die eigene Biographie und die des anderen. Dann bleibt etwas Persönliches in der Erinnerung und nicht nur Bilder.

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Heute Morgen fuhren wir dann weiter auf der Georgischen Heerstraße Richtung Russische Grenze. Besuchten die Festung Ananuri  und bogen dann in Almasiani ab ins Truso Tal. Dort haben wir über dem Fluß Tergi einen schönen Stellplatz gefunden und erwarten nun ein heraufziehendes Gewitter.




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30.06.2023
Heute waren wir mit den Fahrrädern im Truso Tal unterwegs. Zu Fuß wäre es unwesentlich langsamer und an manchen Passagen sehr viel einfacher gewesen. Abgesehen davon das wir keine geländetauglichen Fahrräder besitzen, ist Georgien alles andere als Fahrradfreundlich. Mit dem Fahrrad in Georgien unterwegs zu sein ist mindestens so heldenhaft, wie seinerzeit Jason ,als er im Altertum mit seinen Kumpanen durch Georgien zog und manches Abenteuer bestand. Das Truso Tal ist ein fantastisches Naturerlebnis. Am Anfang eine schroffe enge Schlucht die sich plötzlich zu einem weiten Tal öffnet. Um diese Jahreszeit, satte grüne Wiesen soweit das Auge reicht. Viele bunte Blumen. Hier oben gibt es mineralische Quellen welche großflächige Kalkablagerungen gebildet haben. Von weitem sehen diese aus wie Schneefelder. 
Das erste Dorf verlassen -  Ruinen. Nur im Juni-September leben hier wenige Menschen. Die Dächer mit blauen Planen provisorisch abgedichtet, oder Zelte aus eben diesen Planen gebaut. Mit dabei natürlich Kühe und Schafherden. Dann ein Kloster, in den 80èr Jahren gebaut. Die Mönche betreiben ein Gästehaus für Touristen und ein Café/Restaurant. Als wir eintrafen war kein Mensch, geschweige denn ein Mönch zu sehen. Doch bald tauchten zwei aus deren Berufszweig auf. Ein Junger und ein Alter. Wie sich herausstellte war der junge Bartträger für das Café/Restaurant zuständig. Er deckte in Personalunion die Bereiche des Kochs, des Oberkellners und den des Barista`s ab. Letztere Tätigkeit bewies er mit der Zubereitung eines vollmundigen aromatischen Kaffees. Eines wirklich gelungenen Nescafés. Im großen und ganzen ließ es unser junger Mönch an der nötigen Lust für diesen Job fehlen. Aber wahrscheinlich ist dieser nicht ins Kloster eigetreten um dann ein Restaurant in der Tourismusbranche zu leiten. Nachdem wir noch ein wirklich leckeres Katchapuri gegessen hatten wollten wir unseren jungen Mönch von seinen Leiden befreien, damit er auf seinem Smartphone weiter der Bergpredigt folgen konnte. Ich wollte zahlen. Man in Black ging mit mir zum Tresen und holte ein Stück Papier hervor. Kleinkariert !! Er legte es auf die Theke und strich es glatt um besser lesen zu können. Im ersten Moment dachte ich, der hat ein Stück aus unserem Reiseblock herausgerissen, doch dies war nicht meine Handschrift.

Heiliger Strohsack ......... Unser angehender Erzbischof ist echt nicht dumm. Hat nicht viel Lust auf dieses Gastronomiegedöns und überlässt das Rechnen noch den Gästen……….
Andererseits, eine wahrhaft tolle Rechnung. Ob unsere Welt funktionieren würde wenn alle Rechnungen so aussähen ????????????
Schön wäre es…….

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03.07.2023
Weiter ging es ins nächste Seitental der Heerstraße auf dem Weg nach Stepantsminda. Diesmal ins Sno Tal. Die Bergwelt des hohen Kaukasus ist echt fantastisch. 20 km weiter ins nächste Tal. Alles sieht anders aus als vorher aber mind. genau so schön. Hier fanden wir wieder einen , wie soll es anders sein, schönen Stellplatz an einem Wildbach. Dort verbrachten wir zwei Tage. Tag Nr. 2 hätte fast mit einem Schlachtfest geendet.
Morgens an Tag 2: Clarissa war, wie sollte es anders sein in der wilden Natur des hohen Kaukasus unterwegs um auch die letzten noch nicht entdeckten Pflanzen zu entdecken….
Ich erledigte derweil Wartungsarbeiten an unserem Wohlfühlmobil und unserer Trockentrenntoilette.  Holte gerade einen Eimer mit Wasser aus dem Fluß da kamen zwei Reiter des Weges daher. Sie ritten die Böschung hinunter  und kamen auf mich zu. Der erste hatte eine Kettensäge quer vor sich auf dem Sattel , der zweite Schwang eine Axt an der rechten Seite. Axt  Pferd und Reiter konnte ich ja noch zuordnen: Winnetou, oder der letzte Mohikaner. Aber Pferd, Reiter und Kettensäge, das war für mich ein Kulturschock. Die beiden hielten neben mir und ich sprach sie ob Ihrer gefährlichen Werkzeuge an. Wer reitet schon mit einer Kettensäge und einer Axt auf einen Fluß zu. Um einen Fluß zu teilen sind eine Kettensäge und eine Axt nicht die richtigen Werkzeuge. Dazu benötigt man, wie in dem Klassiker - Das Alte Testament - beschrieben und von Moses ausgeführt, einen Stab. Auf jedenfall wurden die beiden aus meiner Fragerei nicht so richtig schlau und ich nicht aus Ihren Antworten. Dazu muß natürlich angemerkt werden das die Unterhaltung überwiegend in Pantomime stattfand. Nach der bewegungsreichen Unterhaltung ging ich wieder an meine Wartungsarbeiten und die Beiden an Ihr Tagewerk. Sie sammelten Schwemmholz entlang des Wildbaches. Und zwar auf beiden Seiten. Dazu ritt einer auf seinem Pferd hinüber. Alle Achtung.!! Das Pferd war bis zum Bauch im Wasser und hatte alle Mühe der Strömung zu wiederstehen. Mit einem Seil holten sie das Schwemmholz ans jenseitige Ufer und zerkleinerten alles mit Motorsäge und Axt in transportable Stücke. Das dauerte Stunden. Clarissa war inzwischen von ihrer Exkursion zurückgekehrt und fing an zu Kochen. Die beiden kamen nach Ihrem Tagewerk, es war 15:00 Uhr bei uns vorbeigeritten und erklärten mir, sie würden das Holz zusammenbinden und ich könnte es dann mit dem Duro zu ihnen ziehen. Würde ich machen entgegnete ich. Groß Freude, und dann irgendwas von Trinken und Wodka und Vino. Ich sagte ich würde keinen Wodka trinken aber Wein hätte ich da und wollte diesen holen. Die beiden winkten ab und galoppierten davon. Weg waren sie. Zehn Minuten später kamen sie wieder angaloppiert und deckten den Tisch. Selbstgmachtes Fladenbrot, das Dünne, selbstgemachten Käse, Gurken, Tomaten, Zwiebeln, Peperoni und eine Plastikgalone mit selbstgemachtem Wein. Clarissa steuerte noch Weißkohlsalat und Grünkernbratlinge dazu. Eine kulinarische Zusammenstellung, welche es so, im hohen Kaukasus, wohl noch nicht allzu oft gegeben hat. Und so richtig abgerundet hat dieses gemeinsame Essen, Google Übersetzer. Dank diesem erfuhren wir das die beiden der asserbaidschanischen Minderheit in Georgien angehören. Sie sind jetzt mit Ihrem Clan oder Dorf und Ihrem Vieh auf der Sommerweide,  bis Ende September.  Wir hatten Ihre Zelte auf der Fahrt zu unserem Stellplatz in einem Seitental gesehen. Bald kam die erste Einladung mit in Ihr Lager zu Fahren, da würden wir dann ein Huhn schlachten. Auf meine Frage -  was denn jetzt mit dem Holz wäre - meinten sie das könnten wir Morgen erledigen, oder wann es uns sonst passt. Etwas später kam der Vorschlag wir sollten Morgen oder an einem anderen Tag in Ihr Lager kommen, dann würden sie ein Schaf schlachten. Morgen würden wir weiterfahren entgegnete ich und uns noch einmal mit Freunden treffen die auf dem Weg nach Russland seien ( Heinrich und Ulrike ). Kein Problem, die könnten wir mitbringen. Du mußt Dein Leben leben. Ansonsten wären sie bis Ende September in Ihrem Berglager und sie alle würden sich über Gäste freuen….!! Ich kann diese Formulierungen gar nicht richtig wiedergeben.
Das ist mit einer Einladung in unserer Kultur nicht zu vergleichen: „Kommt doch mal auf ein Bier oder ein Glas Wein vorbei“
Die Einladungen der Beiden war da eher wie ein Gedichtband.
Nach vielen Fragen und Erklärungen dann ein plötzlicher Aufbruch. Bald 18:00 Uhr, die Kühe müssen gemolken werden. Ich erklärte nochmal das wir Morgen weiterfahren, aber vorher das Holz noch rüberbringen wollten. Jaja, vielen Dank für die Begegnung, wir sollten jetzt erst mal schlafen. So die Antwort der beiden.
Heute Morgen dann die Frage, kommen sie , oder kommen sie nicht???.
Nach dem Frühstück kam ein Reiter. Keiner der beiden Gestrigen. Aber dieser war gestern auch kurz bei uns und hatte sich mit den anderen unterhalten.
Er übergab mir sein Smartphone samt Ladekabel mit der bitte dieses aufzuladen. Beim davonreiten gab er mir zu verstehen das er bald zurückkommen würde. Clarissa brach nun auf um  auch die allerletzten unentdeckten Pflanzen zu entdecken. Ich musste bleiben um Smartphone wache zu halten. Clarissa kam zurück - von unseren asserbeidschanischen Freunden keine Spur.
Es kam eine Deutsche Familie, welche wir in Tiflis auf dem Stellplatz getroffen hatten. Die Tochter hat eine Babyschildkröte adoptiert ( Durchmesser 5cm ) welche in Tiflis auf dem Stellplatz umhergeirrt war. Vor verlassen von Georgien soll sie in der Wildnis ausgesetzt werden. Von unseren asserbaidschanischen Freunden keine Spur. Der Morgenreiter kam zurück um sein Smartphone abzuholen. Von unseren asserbeidschanischen Freunden keine Spur. Irgendwann fuhren wir weiter. Jetzt stehen wir in Stepantsminda. Schade, wir hätten gerne das Holz ins Sommerlager der Asseraidschaner gezogen. Natürlich schaffen sie das selbst. Der Mitteleuropäer neigt ja gerne dazu solch eine Erfahrung unter den Schlagwörtern: Hält sich nicht an Verabredungen und unzuverlässig abzuhaken. Das wir das Holz in Ihr Lager ziehen sollten, war natürlich nur ein Vorwand um uns kennenzulernen. Aber diese drei Stunden während des gemeinsamen Zusammenseins waren ehrlich, auch wenn keine lebenslange Freundschaft daraus entsteht.
„Du muß dein Leben leben, wir sind bis Ende September hier und freuen uns alle über Gäste…. „


 

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08.07.2023
Am 03.07.2023 fuhren wir dann die Georgische Heerstraße bis Stepanzminda.
Stepanzminda ist ein bekannter Ausgangsort für Bergwanderungen in Georgien. Hier ist der Kazbek, der zweithöchste Berg Georgiens ( 5033m ) der Hausberg. Laut der Griechischen Mythologie wurde hier der arme Prometheus angekettet, ……nur weil er den Menschen das Feuer schenkte. Neben dem Kazbek ist die Dreifaltigkeitskirche wohl die größte Attraktion in Stepanzminda. Die wirklich sehenswerte Kirche aus dem 14.Jhr. liegt auf ca. 2100m zu Füßen des Kazbek. Von hier aus starten die Wanderungen zu dessen Gipfel, oder zu einer der zwei niedriger gelegenen Hütten. Von Stepanzminda bis zur Russischen Grenze sind es noch ca.15km.  Vielleicht fahren wir diese 15km ein andermal. Möglicherweise auf dem Weg in die Mongolei. Dieses Mal kehrten wir an diesem Punkt wieder um und fuhren die Heerstraße abwärts.

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Unterhalb des Zhinvali Stausees bogen wir ab, in nord-östlicher Richtung nach Shatili, unmittelbar an der Russischen Grenze gelegen.  Eine grandiose Fahrt durch die Bergwelt des Hohen Kaukasus. Shatili ist eigentlich eine mehrere Jahrhunderte alte Festungsstadt und verlassen. Unterhalb gibt es ein paar neue Häuser Alles Hotels, oder Pensionen. Hierher werden zumeist Wanderer mit allrad Taxis gebracht. Angeblich wohnen hier noch 15 Menschen das ganze Jahr über. Der Rest von Juni bis Ende September.
Mit den Fahrrädern und zu Fuß besuchten wir Mutso, eine weitere Festungsstadt, welche nur zu Fuß über einen steilen Bergpfad zu erreichen ist. Spektakulär !!
Ich war ganz alleine dort oben und kam mir vor wie der Entdecker einer vergessenen Stadt……….
Unterhalb der Festungsstadt im Berghang eine Nekropole. Bestehend aus mehreren Häusern. Im Gegensatz zu Shatili verwehren hier keine Gitterstäbe ein hineingelangen in diese Totenhäuser, welche gefüllt sind mit Menschlichen Skelettresten.
Nach zwei herzlichen Tagen in dieser Bergwelt ( wahrscheinlich wiederhole ich mich ) ging es wieder zurück zur Heerstraße und weiter in süd-östlicher Richtung. Wir besuchen die Wiege des Weinanbaues, Kachetien, um dann weiter nach Armenien zu Reisen. Seit gestern stehen wir im Kiesbett am Jori einem kleinen Gebirgsfluß bei Tianeti. Heute Morgen sind wir baden gewesen. Frau, oh Frau war das Kalt. Aber herrlich.......!!!!!!!! Leute die Welt ist schön....

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12.07.2023

Nun sind wir bei einem kleinen Weingut, Ibero Winery, einem Familienbetrieb angelangt. Gestern Nachmittag gab es eine Führung mit Weinprobe und Essen. Hier können Camper auch übernachten. Die Verständigung funktioniert mal wieder über Google Übersetzer. Schota der Senior (78 Jahre) kann ein paar Wörter Deutsch, aber kein Englisch. Er erzählt das sie früher in der Schule Deutsch, nach Russisch als zweite Fremdsprache, aber nicht viel gelernt hatten. Das gleiche hatte uns in Rumänien auch schon jemand erzählt. Er berichtete, das sie viele Reime gelernt haben. Wie: 1,2, Polizei, 3,4,Ofizier….. Hier in Georgien werden wir oft nach unserer Nationalität gefragt. Aha, Germaneli und schon fängt einer an zu zählen, jemand anderes spricht ein paar Wörter auf Deutsch…..Immer sind es ältere Menschen. Die älteren Menschen benutzen hier auch das Smartphone mit einer Selbstverständlichkeit wie bei uns die Jüngeren.Da wird locker aus dem Handgelenk gewischt, Musik gehört, Filme und Nachrichten angeschaut. Oder eben Google Übersetzer benutzt. So auch bei Schota. Bei seinem Komando: Jürgen Translate, aktiviere ich dann die Übersetzer App, Schota spricht ins  Smartphone, das Program übersetzt und ich lese laut vor.. Außer Clarissa und mir, waren noch ein Deutsch-Englisches, sowie ein Englisch-Kolumbianisches Pärchen bei der Weinprobe anwesend. Es gab leckere Georgische Speisen. Zubereitet von Schotas Frau. Nach der zweiten oder dritten Probe kam einer der Söhne Schotas hinzu um seinen Vater abzulösen. Dato der Sohn sprach gutes Englisch, wodurch die Verständigung dann doch etwas flüssiger wurde. Bei dieser Weinprobe erfuhren wir viel über die traditionelle Weinherstellungsmethode  der Georgier, die uns unbekannten Rebsorten und die verschiedenen Geschmacksrichtungen. Der Duro ist nun drei Karton Wein schwerer. Mal sehen ob dieser im November in Deutschland noch genießbar ist. Wir brechen nun auf zu unserer vorerst letzten Etappe in Georgien. Morgen wollen wir nach Armenien einreisen. Danke Schota, danke Dato für eure Gastfreundschaft und die beiden schönen Tage.



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